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Bericht vom Fachseminar in Hameln vom 13. bis 16. November 2005

Kurzbericht über die Teilnahme der 10. Konferenz der EPEA in Sofia im Mai 2005


Bericht vom Fachseminar in der Bildungsstätte bei der Jugendanstalt Hameln 
vom 13. bis 16. November 2005 
"Erziehung im Unterricht"

Vorschau-Powerpointpräsentation  

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29 Kolleginnen und Kollegen aus 14 Bundesländern trafen sich drei Tage lang in der Bildungsstätte bei der Jugendanstalt Hameln und arbeiteten intensiv mit vollem Programm an den Fragestellungen: Welche Kompetenzen und Werte sind außerhalb der Fachinhalte stets im Unterricht einer Justizvollzugsanstalt wichtig? Wie können sie erfolgreich vermittelt werden? Dank hervorragender Vorbereitung des örtlichen Gastgebers, Kollege Oberstudienrat Bernd Detmer, wurden alle Anreisenden gut in Einzelzimmern untergebracht, auch wenn 7 Kollegen/innen wegen des großen Interesses am Seminar außerhalb der Bildungsstätte wohnen mussten. Einige wenige Absagen seitens der Veranstalter waren leider unvermeidlich, die Größe des  Seminarraums ließ wirklich nicht mehr Teilnehmer zu. Der Sonntag war der Einführung ins Thema und dem gegenseitigen Kennenlernen gewidmet, der Montag schon der gründlichen Beschäftigung mit dem Wertelernen in entwicklungspsychologischer und sozialer Perspektive. Am Dienstag wurden, unter Anleitung von Frau Buchmann (Wissenschaftliche Lehrerfortbildung an der Uni Hannover), die Rahmenbedingungen des Wertelernens in einer JVA hinterfragt. 

Moderator Bernd Detmer

Moderator Klaus-Dieter Vogel

Nachfolgend konnte gruppenteilig geübt werden, wie Schüler eigenverantwortliche Arbeitsmethoden nach dem ´Think-Pair-Share-Konzept´ lernen. Dies wurde abgerundet durch gemeinsame Überlegungen zur Frage: Wie sollte der erziehende Lehrer/die Lehrerin sein, wie das erziehende Kollegium? Nach der Möglichkeit zu einer kurzen Anstaltsführung in der JA Hameln fanden am Nachmittag noch die Ausführungen des Hamelner Psychologen Th. Ramm zum Anti-Aggressivitäts-Training (AAT) großes Interesse.

Der Mittwochmorgen knüpfte gedanklich daran an mit dem Referat des Unterzeichners über die konfrontative Methode im Umgang mit wiederholt normverletzenden Jugendlichen im Unterricht. Auch dieses Konzept ist von einem ehemaligen Hamelner Psychologen, Dr. Jens Weidner, entwickelt und vom AAT inspiriert. Ausführlichere Informationen finden sich auf der Internetseite www.soziales-training.de

Zur systematischen Abrundung des Seminars wurde von den Teilnehmern/innen zuletzt ein Kanon der wesentlichsten außerfachlichen Kernkompetenzen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) zusammengestellt. Dies kann als Basis für einen entsprechenden Lernzielkatalog dienen und in den einzelnen Justizvollzugsanstalten je nach Bedarf in Schul-Leitbildern, Schulordnungen oder anderen ritualisierenden Methoden zum Wohle der Gemeinschaft und des Zusammenarbeitens mit Leben erfüllt werden.

Die Abschlussrunde machte deutlich, dass sich alle, jenseits des vielleicht etwas zu vollen Themen- und Arbeitsplans, in der Kollegengruppe und am Orte sehr wohl gefühlt haben. Um mit einem Kollegen zu sprechen: “Diese Form von Fortbildung und Kollegenaustausch tut richtig gut und gibt Kraft für den Alltag!“

Die Kollegen/innen reisten für die Praxis gestärkt ab und die BAG hat einige neue Mitglieder gefunden. Somit haben sich die Mühen der Vorbereitungen gelohnt, das nächste Fachseminar kommt bestimmt!

Berlin, den 27.11.2005, kdvogel@t-online.de

Gruppenbild Teilnehmer

Gruppenarbeit, Fotos: Detmer


Kurzbericht über die Teilnahme der 
10. Konferenz der European Prison Education Association (EPEA)

vom 18. - 22. Mai 2005  in Sofia,  Bulgarien

Max Weidenhiller, JVA Laufen, berichtet:

Vom 18. - 22. Mai trafen sich Vollzugslehrer und Pädagogen aus ganz Europa und darüber hinaus in der Residenz des Staatspräsidenten "Boyona" in Sofia. Das Motto der Konferenz lautete "Challenges for European Prison Education - Let's make the changes together!". Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft des Europarats und des bulgarischen Justizministeriums. In verschiedenen Grundsatzreferaten und Arbeitsgruppen wurden nationale und internationale Projekte vorgestellt und die Ergebnisse daraus diskutiert. Ein Hauptanliegen der Konferenz war die Förderung der europäischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Bildung und Erziehung in den Gefängnissen. Darüber hinaus standen auch Besuche in den verschiedenen Vollzugseinrichtungen in Bulgarien auf dem Programm. Die 11. internationale Konferenz der EPEA wird voraussichtlich 2007 in Irland stattfinden.

Alle weiteren Informationen über die EPEA finden Sie auf der Homepage der EPEA,   http://www.epea.org

Fotos aus Sofia: Walter Kittel, JVA Straubing

Eröffnungssitzung mit Begrüßung durch den
 bulgarischen Justizminister Anton Stankov
Fachvortrag über IT-unterstützten Fernunterricht 
in schwedischen Gefängnissen
Mitglieder
am Podium
Traditionelle und bulgarische Tänze
beim Abschiedsdinner...
Alle bisherigen, der derzeitige und die künftige EPEA-Vorsitzende auf einem Bild (vorne stehend - von links): Kevin Warner (IRL), Svenolov Svenson (S), Janine Duprey-Kennedy (F), Paddy Rocks (N IRL), Niek Willems (NL), Anne Costello (IRL), designierte Vorsitzende)

... auf Einladung
des bulgarischen 
Justizministeriums

Bisherige Tagungsorte und Themen
1995 - Blagdon, England "Bending the Bars"
1997 - Budapest, Hungary "Protective Bars"
1999 - Athens, Greece "Breaking the Spiral of Exclusion"
2001 - Noordwijkerhout, The Netherlands "Prison Education: A Multicoloured Palette?"
2003 - Langesund, Norwegen "All of me! Prison Education in a Holistic Perspective."
2005 - Sofia, Bulgarien "Challenges for European Prison Education - Let's make the changes together"
2007 - Dublin, Irland "Learning for Liberation"
2009 - NN, NN "Thema noch nicht bekannt"
Maximilian Weidenhiller, JVA Laufen/Bayern
  max.weidenhiller@jva-lf.bayern.de

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