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Eine Teilnehmerin schreibt:
Die Beschreitung eines neuen, bisher unbekannten Weges fällt ungleich
leichter, wenn man ein gewisses Maß an Orientierung sowie eine
ordentliche Portion Selbstvertrauen und Mut im Gepäck hat. Die Stärkung
hinsichtlich eigener Fähigkeiten und Möglichkeiten sowie das Angebot,
sich ein wenig Orientierung im unübersichtlichen Gelände „Vollzug“ zu
verschaffen, waren vielleicht die wichtigsten Ziele des Grundseminars
für neueingestellte Lehrer des Justizvollzuges, das vom 30. November bis
zum 4. Dezember 2009 in der Bildungsstätte bei der JA Hameln unter der
Moderation und Leitung von Bernd Detmer, Oberstudienrat a. D.,
stattfand.
Die erste Begegnung mit den Neulehrern aus Justizvollzugsanstalten
mehrerer Bundesländer war verknüpft mit positivem Erstaunen - Jugendlichkeit und
Dynamik, Diskutierfreudigkeit und teils kritische Impulsivität aus den
Reihen der Teilnehmer übertrafen meine Erwartungen. 18 Lehrer, davon 15
Frauen und drei Männer, trafen sich, um Wegmarkierungen für ihre neue
berufliche Herausforderung zu stecken, neuen Kollegen und damit neuen
Arbeitsweisen und Anregungen zu begegnen.
Mit einem großen Paket Engagement, Mut und Selbstvertrauen sowie
Erfahrung und Nachdringlichkeit ausgestattet führte uns Bernd Detmer
durch das Seminar. Nicht immer konnte er alle mit seinen Einstellungen
und Visionen zu einer modernen Vollzugspädagogik überzeugen, gab aber
viel Anlass für Diskussionen und Beschäftigung mit der Thematik: Wie
soll ich als Pädagoge handeln? Was erwarte ich, und was erwarten andere?
Warum ist es wichtig, mit Kollegen sowie Externen zusammenarbeiten, und
welche Bereiche kann dies betreffen? Was bewirken andere Fachdienste und
Bedienstete im Vollzug mit ihrer Arbeit? Führt der Weg, den ich
beschreite, zum gewünschten Ziel? Wähle ich einen bequemen Weg, indem
ich andere begleite, ohne über meine eigenen Zielsetzungen nachzudenken?
Finde ich den Mut, unbequeme Wege mit allen Konsequenzen zu gehen, weil
ich daran glaube, dass sie mich zu einem gewünschten Ziel führen? Wie
groß ist mein eigener Tellerrand?
Anregungen für das weitere Schaffen, Mut zu neuen Taten, Orientierung
und Horizonterweiterung - diese Angebote konnte uns Neuen das
durchlaufene Grundseminar bieten. Es liegt aber letztlich immer am
Einzelnen, wie er Angebote verarbeitet und für eigene Zwecke nutzt.
Herzlichen Dank an Bernd Detmer für die Organisation, Moderation und
sein mitreißendes Engagement, sowie den Referenten Katja Liebmann,
Andreas Haacke, Karsten Rehse, Susanne Nikolaus, Jens Rammler und Ulrike
Buchmann für qualifizierte Beiträge und Hilfestellungen für unsere
weitere Arbeit.
Sara Hagspiel
Anstaltslerherin, JVA Ebrach |