45. Bundesarbeitstagung, 6. bis 8. Mai 2002 in Berlin
"Das Strafvollzugsgesetz - Fessel oder Chance?"
Protokoll



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Zum Download der vollständigen Protokolls > hier


Grußwort der Bundesministerin der Justiz Prof.
Dr. Herta Däubler-Gmelin: 

Die Bedeutung der Ausbildung für den Justizvollzug kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie ist für einen neuen Start ins Leben häufig unverzichtbar. Die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer im Vollzug ist deshalb von großer Bedeutung für die Gefangenen. Bei dieser Arbeit wird es aber mit der Vermittlung von Wissen nicht getan sein. Denn in der schwierigen Situation der Inhaftierung brauchen die Gefangenen auch Hilfe und Rat für andere Lebensbereiche. Die im Thema ihrer Tagung angesprochene Frage möchte ich damit beantworten, dass das Strafvollzugsgesetz keine Fessel ist, sondern den Rahmen für einen menschenwürdigen Vollzug absteckt und gleichzeitig viel Raum lässt für innovative Entwicklungen. 

 Ihr Tagungsprogramm, insbesondere die Vorstellung der Projekte aus dem pädagogischen Alltag, bestätigt dies. Lösungsansätze für aktuelle Probleme, wie z. B. die Integration der inhaftierten Aussiedler, sind allerdings ohne die engagierte Arbeit der Menschen, die in der Praxis des Vollzuges arbeiten, nicht möglich. Es freut mich deshalb sehr, dass sie neben der sehr belastenden Arbeit in den Anstalten die Zeit finden, sich diesen Problemen zu stellen, kreative Ideen zu entwickeln und diese auch umzusetzen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg für Ihre Tagung.


Bericht aus Berlin, Gesetzgeberische Aktivitäten des Bundesjustizministeriums N. N., Bundesministerium der Justiz


Das Strafvollzugsgesetz - Fessel oder Chance?
Prof. Dr. Dr. H. Müller-Dietz, Zeitschrift für Strafvollzug und Straffälligenhilfe


Der geheime Abhängigkeitsvertrag
Prof. Dr. Burkhard Müller, Universität Hildesheim


Projekte aus dem pädagogischen Alltag


- Gefangene machen Radio, Nicola Wimmers, JVA Meppen

Projektziele

Von der Lebenswirklichkeit derer, die hinter Gittern leben müssen, haben die meisten Menschen hierzulande entweder gar keine oder oft stark verzerrte Vorstellungen: Vielfach begegnet man z. B. der Vorstellung, Strafvollzug sei – mit Fernsehen und viel Freizeit – ähnlich wie das Leben in einem schlechteren Hotel.

Das Projekt „Gefangene machen Radio“ will dazu beitragen, ein realistischeres Bild vom Strafvollzug zu vermitteln und überhaupt auf die Menschen hinter Gittern und ihre Lebenssituation aufmerksam zu machen.

l Die Menschen sollen aufmerksam werden auf die Lebenssituation von Gefangenen
l Es kommt zur Begegnung von Gefangenen und Nicht-Gefangenen in dem gemischten Radioteam
l Insbesondere die beteiligten Gefangenen erwerben beim Radio-Machen Fähigkeiten, die für sie hilfreich sind
l Bei Hörerinnen und Hörern der Sendung werden Vorurteile über das Leben im Gefängnis abgebaut. 
Mehr siehe Niederschrift Download hier


- Arbeitsbuch "Deutsch für Ausländer."
Lutz Ritter, JVA Cottbus-Dissenchen


- Projektwoche gegen rechte Gewalt
Helmut Niebur, JA Hameln


- Lehren  und Lernen in kosovarischen Gefängnissen
Wolfgang Riebniger, JVA Erdberg (Österreich)


- Weiterentwicklung des IBSI-Projektes
Harald Schmid, JVA Ravensburg


- Internet & Literatur, "Burghard Driest"
Peter Bierschwale, JVA Celle


- Erfahrungen mit einem Aussiedlerprojekt
Bernd Detmer, JA Hameln


- Vernetzte Integration von Aussiedlern
Wolfgang Drewes, JVA Heinsberg


- Lernwerkstatt
Jürgen Höfinghoff, JVA Iserlohn


Organisationsentwicklung und die Verselbständigung der Justizvollzugsanstalten: Was ändert sich für die Vollzugspädagogen?
Rüdiger Wohlgemuth, Leiter der JVA Celle


Workshops, Organisationsentwicklung für einen bildungszentrierten Justizvollzug?
N. N.


So sah unser Programm aus:

Montag, 6. Mai 2002

09.30 Uhr Eröffnung der 45. Bundesarbeitstagung Peter Bierschwale, 1. Vorsitzender
10.00 Uhr Grußworte
11.00 Uhr "Bericht aus Berlin" Gesetzgeberische Aktivitäten des Bundesjustizministeriums Gudrun Tolzmann,  Bundesministerium der Justiz


Mittagspause

14.00 Uhr Das Strafvollzugsgesetz
- Fessel oder Chance? -
Prof. Dr. Dr. H. Müller-Dietz, Zeitschrift für Strafvollzug und Straffälligenhilfe
16.00 Uhr Der geheime Abhängigkeitsvertrag Prof. Dr. Burkhard Müller, Universität Hildesheim
17.30 Uhr erweiterte Vorstandssitzung
19.00 Uhr Abendbüffet & Kulturveranstaltung  

 


Dienstag, 7. Mai 2002

08.30 Uhr Projekte aus dem pädagogischen Alltag
- Gefangene machen Radio Nicola Wimmers, JVA Meppen
- Arbeitsbuch "Deutsch für Ausländer." Lutz Ritter, JVA Cottbus-Dissenchen
- Projektwoche gegen rechte Gewalt Helmut Niebur, JA Hameln
- Lehren  und Lernen in kosovarischen Gefängnissen Wolfgang Riebniger, JVA Erdberg (Österreich)
- Weiterentwicklung des IBSI-Projektes Harald Schmid, JVA Ravensburg
- Internet & Literatur, "Burghard Driest" Peter Bierschwale, JVA Celle
- Erfahrungen mit einem Aussiedlerprojekt Bernd Detmer, JA Hameln
- Vernetzte Integration von Aussiedlern Wolfgang Drewes, JVA Heinsberg
- Lernwerkstatt Jürgen Höfinghoff, JVA Iserlohn
12.00 Uhr Mittagessen
13.00 Uhr Exkursion: Rundfahrt durch Berlin mit Besichtigung Reichstag  

 


Mittwoch, 8. Mai 2002

09.00 Uhr Organisationsentwicklung und die Verselbständigung der Justizvollzugsanstalten: Was ändert sich für die Vollzugspädagogen? Rüdiger Wohlgemuth, Leiter der JVA Celle
10.30 Uhr Workshops, Organisationsentwicklung für einen bildungszentrierten Justizvollzug?
11.30 Uhr Tagungsabschluss
12.00 Uhr Tagungsende

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