"50 Jahre Bundesarbeitsgemeinschaft"
51. Bundesarbeitstagung vom 27. bis 30. April 2008

Meiningen/Thüringen


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51. Bundesarbeitstagung in Meiningen
Herausforderungen und Aufgaben heute
Erste Ergebnisse
Illustration: Wappen Freistaat Thüringen

Das Meininger Tageblatt vom 30. April 2008 schreibt:
Gewalt ist in Gefängnissen ein großes Problem

Justiz | Vollzugs-Lehrer tagen in Meiningen
Meiningen  - Im Gefängnis ist es warm und trocken, es gibt drei Mahlzeiten am Tag und die Inhaftierten können faulenzen. Der Knast ist schön. Dass dies ein stark verzerrtes öffentliches Bild von Strafvollzugsanstalten ist, machte der Leipziger Kriminologe
Klaus Laubenthal deutlich. Zu einer Tagung der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) der Lehrerinnen und Lehrer im Justizvollzug sprach er über verschiedene Subkulturen, die sich unter Häftlingen in deutschen Gefängnissen bilden.

Verschiedene Tennlinien
Entlang verschiedener Trennlinien verliefen die
Grenzen zwischen den einzelnen Gruppierungen den Gefängnissen.  Dies, so Laubenthal, könnten zum Beispiel kulturelle als auch sprachliche Trennlinien sein.
   Anhand mehrerer Beispiele machte Laubenthal deutlich, dass es hinter den Knastmauern alles andere als gemütlich zugeht. So herrschen beispielsweise unter inhaftierten Russlanddeutschen eiserne Regeln und Repressalie. Rechtsextreme Straftäter versuchten sich durch ein besonders gewalttätiges Auftreten zu profilieren und seinen ein Bedrohung für

die Angestellten der Justiz.
  
Die BAG tagt seit Sonntag in Meiningen. Nach den Worten des Vorsitzenden Peter  Bierschwale nutzen die Mitglieder die Gelegenheit, sich mit ihren Kollegen auszutauschen. 90 Lehrer, die in verschiedenen Gefängnissen unterrichten, sind aus der Bundesrepublik angereist. Der Vortrag Laubenthals ist nur ein Punkt der Tagung.
   Dass dabei immer wieder die Gewaltbereitschaft und der Drogenkonsum nichtdeutscher Gefangener im Vordergrund stand, habe nichts mit Fremdenfeindlichkeit zu tun, waren sich die Lehrer einig. „Das ist

vollzugliche Realität“, so Laubenthal. Freilich dürfe dies aber nicht zu einer geselligen Stigmatisierung von Ausländern führen. Zwar stellten diese fast ein Viertel der Häftlinge – was wesentlich mehr ist, als der Anteil der Nichtdeutschen an der Gesamtbevölkerung-, doch sei dies auf zahlreiche statistische Verzerrungen zurückzuführen.
   Zugleich forderte Laubenthal, die Gefangenen nicht zu verteufeln. Sie seien immerhin ein Produkt der Gesellschaft „von Draußen“.
sh


Kleine Bildergalerie von der Tagung
Warten auf
die Tagungseröffnung
Vorsitzender Peter Bierschwale
begrüßt die Gäste
Unser Gast aus Österreich
Wolfgang Riebniger
Örtlicher Veranstalter
Olaf filler
Jörg Geibert
Abteilungsleiter im JM Erfurt
Baumann
MdB (SPD)
           
Maik Nothnagel
(DIE LINKE)
Volker Olfen
Leiter der JVA Untermaßfeld
Heinz-Josef Wolf
Justizministerium Thüringen
Teilnehmergruppe
beim der Stadtführung
Stellv. Bürgermeister
Reinhard Strohbusch
Teilnehmergruppe
besuchen die Wartburg
           
Thüringer Abend auf dem Palais m Prinzenberg Warten auf den Empfang des Bürgermeister im Brahmssaal Theatermenü im alten Knasthaus Fronfeste Theatermenü im alten Knasthaus Fronfeste Auf dem Weg zum Besuch einer Theaterprobe Blick von der Fronfeste
auf Meiningen
           
Orgelkonzert
im Brahmssaal
Blick von der Fronfeste
auf Meiningen
Im Meininger
Puppentheater
Im Meininger Dampflok- 
Ausbesserungs-Werk
Auf dem Palais am Prinzenberg
beim "Thüringer Abend"
2. Vorsitzender Klaus Vogel
bei einer Projektpräsentation
           
   
  Besuch im Kriminalmuseum
JVA Untermaßfeld
Unser 1. Vorsitzender
Peter Bierschwale
Olaf Filler bei der Würdigung
von Prof. Albert Krebs
Unser Poet Bruno Wendt
bei seinem Vortrag
 

Montag, 28. April 2008

Moderner Jugendvollzug: Haben sich die Aufgaben und Herausforderungen geändert? - Podiumsdiskussion

Teilnehmer (von links nach rechts):
Dr. Hans-Jürgen Eberle, Karl-Heinz Bredlow, JVA Iserlohn (NRW), Elisabeth Theine, Justizministerium Brandenburg, Uli Bublies, Moderation, VA Neumünster, Schleswig-Holstein, Annette Brüchmann, Leiterin JSA Ichtershausen (Thüringen), Wolfgang Riebniger, Stadtschulrat Wien, Friedhelm Sanker, stellvertretender Leiter JVA Herford (NRW)

Prof. Dr. Klaus Laubenthal, Kriminologisches Institut der Universität Würzburg
Erscheinungsformen der Subkultur im Justizvollzug
Prof. Dr. Laubenthal verweist zunächst auf über die Presse bekannt gewordene Vorfälle in den Justizvollzugsanstalten Siegburg und anderen Vollzugseinrichtungen, in deren Folge die Zustände im Strafvollzug die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und vor allem der Medien, welche seitdem permanent Berichte liefern, auf sich zogen. Dass dabei nicht von Einzelfällen ausgegangen werden darf, brachte die nordrhein-westfälische Kommission Gewaltprävention im Strafvollzug, welcher auch der Referent angehörte, ans Licht, wobei trotz 1 037 ins Hellfeld gerückter Vorfälle in einem Zeitraum von fünf Jahren, eine Fülle an Vorkommnissen im Dunkelfeld verbleibt. Dies mag auf die Angst der Häftlinge vor Repressalien oder die mangelnde Sensibilisierung der Bediensteten für solche Geschehnisse zurückzuführen sein. Gefangenensubkulturen entstehen als eine Folge der individuell divergierenden Anpassungsmechanismen an den Vollzugsalltag und beinhalten als ein wesentliches Element informeller Subsysteme die Herausbildung von Rangordnungen oder Gruppen.  mehr

Siehe auch oben! Das Meininger Tageblatt vom 30. April 2008

Dienstag, 29. April 2008

Prof. Dr. Hans-Dieter Will, Universität Erfurt                                       
Bekommt Pädagogik eine Chance? Vorgaben des Thüringer Jugendstrafvollzugsgesetzes
Was bestimmt das ThürJugStVollzG ?
Was brauchen die Gefangene um sich positiv zu entwickeln?
Welche Konzepte gibt es?
mehr

Olav Filler, JVA Untermaßfeld
Arbeit und Wirken von Prof. Albert Krebs (1897-1992), Leiter des Gefängnisses Untermaßfeld während der Weimarer Republik
Jahrzehnte Strafvollzug, welcher sein Gesicht vier mal verändert hat, aus dem Kaiserreich kommend, die Weimarer Republik überstehend und das Dritte Reich erlebend, begann Krebs 1945 erneut, in Deutschland einen humanen Strafvollzug auszurichten. Als er 1923 in Untermassfeld, in Thüringen, seinen ersten Schritt ins Gefängnis machte, war dies ein schwerer Gang, es herrschte wirtschaftliche Not und der Zerfall des Deutschen Reiches drohte. Über genau diese Zeit möchte ich berichten, über seinen Kampf gegen eine Welt von Hindernissen und der neuen Art der Arbeit am Menschen hinter Gefängnismauern.  Das Phänomen "Untermaßfeld" wurde allgemein als Vorbild für einen progressiven, nicht auf Vergeltung, sondern auf Resozialisierung der Gefangenen abzielenden Strafvollzug, angesehen. Thüringen wurde mit Untermaßfeld als Vorzeigestück zum Zentrum der Gefängnisreform in Deutschland. mehr

Prof. Albert Krebs
(1897-1992)

Dr. Jens Borchert, Universität Leipzig
Schule im Strafvollzug vor und nach der Wende
In einer Vielzahl von Lebensberichten ehemaliger DDR-Strafgefangener wird der Strafvollzug und die Gefängniswirklichkeit in der DDR betrachtet. Schule im Vollzug spielt dabei kaum eine Rolle, schließlich waren die meist hoch gebildeten politischen Gefangenen als Autoren der Erinnerungsliteratur nicht die Adressaten schulischer Angebote. Doch außer ihnen saßen im DDR-Vollzug stets auch zahlreiche Menschen ein, die keinen Schul- und Berufsabschluss hatten oder die nicht lesen und schreiben konnten. Innerhalb eines Systems von Maßnahmen sollten diese Gefangenen wieder zu „vollwertigen Mitgliedern der sozialistischen Gesellschaft“ erzogen werden. Dafür standen in den Anstalten zahlreiche Plätze in schulischen und berufsbildenden Maßnahmen zur Verfügung. mehr

Mittwoch, 30. April 2008   Projekte aus dem pädagogischen Alltag

Edda Ulrike Reinz, JVA Tonna
Kunstprojekt mit Langstrafigen          
Kunsttherapeutischer Kurs zur aktiven Förderung und Vorbereitung auf die Haftentlassung - Erlernen von verschiedenen Arbeitstechniken und Formelementen aus dem kunsthandwerklichen Bereich >
mehr 
Einschätzung eines Gefangenen    > mehr

Gunter Dost & Andreas Krausch
Die neue JSA Regis-Breitingen
"Eine der modernsten Anstalten in Deutschland nimmt die Arbeit auf", sagte Sachsens Justizminister Greet Mackenroth zur Einweihungsfeier der JSA Regis-Breitingen am 05.10.2007."
Wir wollen diese Anstalt und ihr Differrenzierungskonzept vorstellen.
mehr

Jürgen Schließer, JVA Neuburg-Herrenwörth
"Projekt Klasse", Zeitungen in der Schule
Bei dem Projekt "Klasse" handelt es sich um ein Zeitungsprojekt, das von der örtlichen Tageszeitung ausgeht und von der Firma Audi mitgetragen wird. Dabei sollen junge Leser durch tägliche Zeitungslektüre mit dem Medium Tageszeitung vertraut gemacht werden. Über vier Wochen erhalten die Jugendlichen jeden Tag eine eigene Ausgabe. Durch didaktisch aufbereitetes Unterrichtsmaterial werden den Lesern die verschiedenen journalistischen Darstellungsformen näher gebracht. Außerdem wird die Lesekompetenz gefördert. Wenn man von anderen Medienerfahrungen der Jugendlichen ausgeht, so ist diese praktische Erfahrung ein Schritt zu einer neuem Medienkompetenz. mehr
Antje Traue, JVA Luckau-Duben & Dorit Zeiger, JVA Wriezen
Neue IT-Medien für Lehre und Lernen im Vollzug
Bericht in Kürze
E. E., Gefangener , JVA Untermaßfeld
Projekt "B.I.S.S." = Berufsbildung und Integration Strafgefangener und Strafentlassener"
aus der Sicht eines Gefangenen
Ein Strafgefangener aus der Justizvollzugsanstalt Untermaßfeld berichtet über seine Erfahrungen mit dem Angebot des Bildungsträgers
Grone (Grone Bildungszentrum Thüringen GmbH - gemeinnützig-):
- Struktur und Durchführung des Projektes B.I.S.S. / Handlungsfelder
mehr
- Vortrag des Gefangenen  mehr
 

B. R., Gefangener, JVA Goldlauter
Projekt "Bibelstammbaum" als Datenbank
Im Rahmen einer BfW-EDV-Maßnahme entstand in der JVA Untermaßfeld dieses Projekt. Der Bibelstammbaum  liegt als direkter Stammbaum vor und als Datenbank mit 2734 Namen der Bibelgeschichte, wobei eine Suchmatrix alle Eltern, Brüder, Schwestern und Kinder der gesuchten Person heraussucht sowie die Bedeutung des Namens. Quellen sind die Bibel, die Apokrypten und das große Bibellexikon. Die VWoRo-Namensdatenbank beinhaltet 7906 Vornamen und dient der Namensfindung, wobei die Bedeutung, Verbreitungsraum, der Hauptname sowie der Name und dessen Aussprache (in verschiedenen Ländern) in einer Suchmatrix ausgegeben wird. Quellen hiefür sind das große Vornamenslexikon, Namen der Welt sowie verschiedene Bücher aus der Anstaltsbücherei Untermaßfeld.

Rosemarie Jobst, Landesfachberaterin für Förderschulen
Projekt 10 L
Bericht in Kürze

Rita Buckschun, JA Hameln
MPS - Modellprojekt Produktionsschule
Ziele des Projektes sind Kompetenzförderung und Persönlichkeitsstabilisierung durch die Ideenfindung, Planung, Herstellung und Vermarktung von Produkten, individuelles und handlungsorientiertes Lernen im Arbeitsprozess sowie Begegnungen mit beruflichen und betrieblichen Erfahrung und Perspektiven.
mehr

Susann Reinheckel, Universität Giesen
Bildungsstand und Bildungsbedarf junger Straffälliger
Im Rahmen ihres Forschungsprojektes hat Dipl.-Päd. Susann Reinheckel einen Fragebogen zur Erfassung des Bildungsstandes und Bildungsbedarfs der Gefangenen in den 24 Jugendstrafanstalten konstruiert. Dieser Fragebogen wurde im April 2008 einem Zwei-Phasen-Pretest in der JVA Rockenberg und der JVA Wiesbaden (Hessen) unterzogen. Im Sommer 2008 sollen dieser Fragebogen und ein Fragebogen für die Schulleiterinnen und Schulleiter zur Erfassung des Bildungsangebots in den Jugendstrafanstalten zum Einsatz kommen. Dies setzt allerdings voraus, dass diese bundesweite Untersuchung von den Justizministerien genehmigt und den Jugendstrafanstalten befürwortet wird. Frau Reinheckel bittet daher um Unterstützung. mehr

Brigitte Elgeti-Starke, MJ Hannover
Der Behandlungsatlas des niedersächsischen Justizvollzuges
Im Jahr 2005 hat das Justizministerium begonnen, einen Katalog aller Behandlungsangebote im niedersächsischen Justizvollzug zu erstellen. Diese Übersicht mit Angaben zu Zielen, Inhalten, Methoden, Evaluation und Kosten sollte zum wesentlichen Steuerungsinstrument für den Behandlungsbereich werden. An dieser Schnittstelle begegneten sich die Bereiche Controlling und Behandlung und entwickelten als ersten Schritt ein einheitliches Maßnahmedokumentationsblatt. mehr   Behandlungsatlas

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