54. Bundesarbeitstagung in Langenargen
29. Mai bis 1. Juni 2011


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Nachlese
zum Tagungsthema:

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Kooperation für Bildung im Justizvollzug"

MS-Konstanz Schloss Montford   Uferpromenade Sporthafen

  Montag, 30. Mai 2011                                                                             Nachlese  
  Peter Bierschwale
1. Vorsitzender unserer Bundesarbeitsgemeinschaft
begrüßte alle Teilnehmer aus den verschiedenen Bundesländern und hieß sie zu unserer 54. Bundesarbeitstagung hier am Bodensee in Langenargen herzlich willkommen, namentlich Herrn  Rainer Stickelberger, Justizminister des Landes Baden-Württemberg,, Herrn Manne Lucha, MdL (Die Grünen), Ravensburg, Frau Valentina Petrova, European Prison Education Association (EPEA), Sofia, Herrn Rolf Müller, Bürgermeister Langenargen sowie Herrn Alexander Boger, den Leiter der Justizvollzugsanstalt Ravensburg.
 
  Grußwort - Rainer Stickelberger, Justizminister des Landes Baden-Württemberg
..."Meine Damen und Herren, eine möglichst gute Bildung und Ausbildung ist die beste Resozialisierungsmaßnahme, die es gibt. Die Wiedereingliederung straffällig gewordener Menschen in die Gesellschaft dient als gesetzlich fixiertes Ziel des Strafvollzuges nicht nur den individuell Betroffenen, denen nach Verbüßung ihrer Strafe eine echte Chance und Zukunftsperspektive gegeben werden muss, sondern liegt auch im Interesse unserer Gesellschaft. Eine gelungene Resozialisierung ist nämlich immer noch der beste Beitrag für die nachhaltige Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. Bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft und für eine Bewährung in Freiheit kommt der schulischen und beruflichen Bildung und Ausbildung der Gefangenen ein hoher Stellenwert zu. Bildungschancen sind Lebenschancen."...
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  Grußwort - Dr. Christian Schockenhoff, MdB, sandte uns ein Grußwort
"Die Justizvollzugslehrer haben ... bereits 1958 richtig erkannt und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Lehrerinnen und Lehrer im Justizvollzug in Butzbach gegründet. Sie haben sehr früh erkannt, dass Lehrer, egal ob in ´normalen´ Schulen oder in Justizvollzugsanstalten, immer eines brauchen - nämlich Ansprechpartner. Sie haben ein Forum geschaffen, wo Sie Ihre Erfahrungen austauschen können und auf Herausforderungen und Chancen in Ihrer täglichen Arbeit, wie zum Beispiel die Kooperation mit externen Partnern, hinweisen können. Ich möchte mich an dieser Stelle daher herzlich für Ihre Arbeit bedanken. Sie helfen Gefangenen dabei, sich auf ein Leben nach der Haft vorzubereiten. Insbesondere für Jugendliche eröffnen Sie durch Ihre Bildungsarbeit einen hoffnungsvollen Weg in eine straffreie Zukunft in Freiheit."
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  Schwerpunkte des baden-württembergischen Justizvollzuges. Kooperationen mit externen Partnern - zum Wohle des vollzuglichen Bildungsauftrags?
Joachim Spieth, JM Baden-Württemberg; Ludger Baldus, Bildungszentrum JVA Freiburg
Spieth
setzt sich mit den Schwerpunkten des baden-württembergischen Justizvollzuges,
Baldus
mit den verschiedensten Kooperationspartnern an der JVA Feiburg auseinander.

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  Externe Bildungsanbieter im Justizvollzug - Rahmenbedingungen für eine gelingende Zusammenarbeit
Elisabeth Theine, JM Brandenburg
Schulische und berufliche Aus- und Weiterbildung, berufliche Vorbereitung, arbeitstherapeutische Beschäftigung und Arbeit dienen insbesondere dem Ziel, die Fähigkeit der Gefangenen zur Aufnahme einer Erwerbsfähigkeit nach der Entlassung zu vermitteln, zu erhalten oder zu fördern. (§37 BbgJStVollzG). Externe Bildungsanbieter ergänzen und bereichern die Bildungsarbeit des Vollzuges in dessen Auftrag. Sie berücksichtigen dabei vollzugliche Besonderheiten und Abläufe und stellen sich auf die besonderen Lernbedarfe und Lernprobleme der Inhaftierten ein.
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  Dienstag, 31. Mai 2011                                                                             Nachlese  
  Kurzreferat zur Vorbereitung des Workshops: Wie hilfreich ist die wissenschaftliche Forschung für den Justizvollzug?
Prof. Dr. Jens Borchert, Ohm-Hochschule Nürnberg
Forschung zum Strafvollzug ist wichtig, wenn sie praxisrelevant ist und praxiswirksam werden kann, wenn sie unterschiedliche Methoden miteinanderverknüpft, wenn sie unabhängig ist, wenn sie nicht ausschließlich Daten sammelt, sondern Einstellungen und Zusammenhänge erfragt und wenn sie koordiniert wird.

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  Kurzreferat zur Vorbereitung des Workshops: Gibt es Synergieeffekte durch studentische Praktika?
Prof. Dr. Reinhoffer, PH Weingarten

"Zielstellungen von schulpraktischen Studien haben drei vorrangige Zielvorstellungen: Berufsorientierung, Kompetenzerwerb und Theorie-Praxis-Verknüpfung"

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  Kurzreferat zur Vorbereitung des Workshops: Basic – berufliche und soziale Integration von entlassenen Strafgefangenen
Brigitte Ratt, Beate Altmar, JVA Ravensburg

Um die Wiedereingliederungschancen der Inhaftierten nach der Entlassung zu verbessern, wurde im Jahre 2008 das vom Europäischen Sozialfond geförderte Projekt BASIC (Beruf / Arbeit / Soziales / Integration in Kooperation) gestartet. …….. Die Arbeit von BASIC entschärft den problematischen Übergang nach der Entlassung und stabilisiert das Nachbetreuungsangebot. Die Ausrichtungen der Integrationsarbeit orientieren sich an den gesellschaftlichen Anforderungen sowie an den besonderen Bedarfslagen der Strafgefangenen. Die Regelangebote der Vollzugsanstalt Ravensburg werden durch die Projektangebote erweitert und in dieser Kooperation wird den Strafgefangenen individuelle Unterstützung durch unterschiedliche Maßnahmen angeboten
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  Kurzreferat zur Vorbereitung des Workshops: Externe Bildungsanbieter im Justizvollzug - Chancen, Grenzen und Gefahren
Elisabeth Theine, JM Brandenburg
"Ich möchte Ihnen die Gelegenheit geben, die am Vortag zum Thema ´Externe Bildungsanbieter im Justizvollzug` von mir vorgetragenen Beispiele und Sichtweisen mit mir und mit Praktikern aus meinem Geschäftsbereich zu diskutieren sowie  Einzelaspekte zu vertiefen. Es handelt sich dabei um die Leiterin Bildung/ Freizeit und Bildungsmanagerin in der JVA Luckkau-Duben, Frau Antje Traue, um die externe Bildungskoordinatorin für den Berufsschulunterricht in der JVA Wriezen, Frau Ute Koschmieder und um deren Vertreterin Frau Fischer. Ich lade Sie ein zu einem kritischen Diskurs."
 
  Mittwoch, 01. Juni 2011                                                                             Nachlese  
  Projekt aus dem pädagogischen Alltag: „Runder Tisch“
Walter Bohner, JVA Erlangen
Ziele des Rundes Tisches sind, Gefangene individuell in den Arbeitsmarkt zu vermitteln, Beratungsaufwand zu bündeln und zu koordinieren sowie regelmäßige Nachschau zu gewährleisten. Sie sind das Ergebnis einer Zusammenarbeit von verschiedenen Ansprechpartnern in und außerhalb einer Sozialtherapeutischen Anstalt, um Kooperation verbessern, Know-How zu verknüpfen, Fehlerquote oder unsinnige Vermittlungsversuche zu verringern und somit die Vermittlungsquote zu verbessern.
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Projekt aus dem pädagogischen Alltag: Didgeridoo-Kurs - Interessantes Freizeitangebot contra Verwahrvollzug
Mario Lattermann-Mailänder, JVA Landsberg
Das Didgeridoo ist ein traditionelles Blasinstrument der nordaustralischen Aborigines. Zum Erlernen des Spiels, werden keine besonderen Begabungen oder Notenkenntnisse vorausgesetzt. Neuesten Feststellungen zugrunde erfährt der Didgeridoospieler einen nicht unerheblichen gesundheitlichen Nutzen, der von der Besserung von Asthmaerkrankungen über die Behandlung von Schlafapnoe bis hin zur Verbesserung der Koordinationsfähigkeit des ganzen Körpers reicht. Außerdem erfährt man beim Spielen und schon beim Erlernen einen enormen Spaßfaktor. Diese Größen erlebnisorientiert für Gefangene in den Tagesablauf einer JVA einzubringen, stellt ein spannendes Experiment dar.    - PP-Praesentation -

 
  Projekt aus dem pädagogischen Alltag: AQUAplus - Kompetenzfeststellung in der JVA Weiterstadt
Ruth Friderichs, Grone, &
Jörg Weber, JVA Wiesbaden
Das Projekt ist in der Justizvollzugsanstalt Weiterstadt angesiedelt. Seine Laufzeit ist zunächst bemessen von Mai 2010 bis Juli 2012. In der JVA wurde in der ersten Phase der Projektlaufzeit ein Kompetenzfeststellungsverfahren für den Erwachsenenvollzug entwickelt und erprobt. Die Ergebnisse der Diagnostik zu Beginn der Haftzeit werden im Vollzugsplan dokumentiert und bilden die Basis für die passgenaue Zuweisung in die landesweiten Qualifizierungsmaßnahmen.
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  Projekt aus dem pädagogischen Alltag: BISS-Projekt (Berufsausbildung im Strafvollzug für Strafgefangene)
Dr. Roswitha Malarskil, Grone Weimar
Seit 1991 Jahren unterstützen die Grone-Bildungszentren Thüringen die Menschen in der Region mit gezielten Bildungs- und  Vermittlungsangeboten. Grone-Stammsitz in Thüringen ist die Weltkulturstadt Weimar. Weitere Niederlassungen sind in Erfurt und Gotha. Seit 2007 arbeiten unsere Bildungsstätten in der JVA Untermaßfeld, in der JVA Gera und in der JSA Ichtershausen/Weimar. Aktuell arbeiten bei Grone in Thüringen130 Ausbilder/innen, Lehrkräfte, Sozialpädagogen/-pädagoginnen, Vermittler/innen und Verwaltungskräfte
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  Projekt aus dem pädagogischen Alltag: Podknast, Jörg Gieseking, JVA Siegburg
Das Projekt Podknast soll junge Strafgefangene dazu bewegen, sich mit sich selbst, ihrer Geschichte, aber auch mit ihrem delinquenten Verhalten und deren Ursachen auseinander zu setzen. Anreiz für die Inhaftierten ist die Erstellung von eigenen Video-Podcasts. Diese lernen sie vom Storyboard bis hin zum Schnitt, weitgehend eigenständig zu produzieren. Ein Schwerpunkt für uns und unseren Kooperationspartner, der Landesanstalt für Medien NRW, ist die Vermittlung von Medienkompetenz. Ferner sollen mit Hilfe des Internets potentiell gefährdete Jugendliche über das Leben in Haft aufgeklärt und die Öffentlichkeit zum Thema „Knast“ informiert werden.

- mehr1 -  - mehr2 -   PODKNAST - Wie es wirklich ist >
www.Podknast.de
 
  Projekt aus dem pädagogischen Alltag: Koedukation
Antje Traue, JVA Luckau-Duben
"Der Trennungsgrundsatz für die Unterbringung von Männern und Frauen im Vollzug ist gesetzlich vorgeschrieben. Wenn Männer und Frauen jedoch gemeinsam in einer Haftanstalt untergebracht sind, müssen Kompromisse gefunden werden, um ihnen gleiche Chancen auf Bildung und Ausbildung  anbieten zu können. In der JVA Luckau - Duben im Land Brandenburg konnten in den vergangen 6 Jahren überwiegend positive Erfahrungen im Bereich der koedukativen Maßnahmen gesammelt werden."  LG Antje Traue

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  Projekt aus dem pädagogischen Alltag: Kuchen-Mailing, Janina Deininger, JSA Berlin janina.deininger@jsa.berlin.de
"Raus
aus dem Teufelskreis der Kriminalität, rein in eine bessere Zukunft. Egal, ob Schulkursus, Berufsvorbereitung oder Ausbildung, wir bieten eine Zukunftsperspektive. Denn eines ist klar: Der beste Weg in die Unabhängigkeit ist eine gute Ausbildung. Deshalb gibt Ihnen die JSA Berlin zusammen mit der Initiative für Bildung im Vollzug viele Möglichkeiten, sich für draußen fit zu machen: Unser Bildungsangebot mit Förderunterricht, verschiedenen Aufbaukursen und engagierten Lehrerinnen und Lehrern macht es möglich, den Hauptschulabschluss zu erreichen. Sogar den Mittleren Schulabschluss. Da ist es nicht so wichtig, wie lange man keine Schule mehr von innen gesehen hat. Wenn es um die berufliche Qualifizierung geht, stehen Ihnen viele Tore offen." Link zum Film (in Englisch) > https://newyorkfestivals.com/worldsbest/pieces.php?iid=422108&pid=2
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  Projekt aus dem pädagogischen Alltag: Gitterwelt - die späte Rache eines Justizbeamten
Johannes Hauser, JVA Braacke
Den Kopf voller Illusionen landet Johannes Hauser 1979 als Lehrer im Provinzknast. Schnell erkennt er, dass seine Vorstellung vom Justizvollzug nichts mit der Realität zu tun hat. Im Knast herrscht eine bürokratische Parallelwelt, die ihm das Genick zu brechen droht. Doch so weit komm es nicht. Anfang der 90er hat er die Schnauze voll von der Sauna-Connection, Beamten-Bingo und Automatenkaffee mit Süßstoff. Er beschließt, der Sache ein Ende zu setzen. Das Protokoll seiner späten Rache beginnt an einer Autobahnraststätte. Nach einem perfekt inszenierten Finale verliert sich Hausers Spur. Bis 2006 bei einem bizarren Todesfall in der Psychiatrie (s)eine entstellte Leiche zurückbleibt. (ISBN 978-3-8423-2613-2)