52. Bundesarbeitstagung vom 18. bis 20. Mai 2009
Kiel/Schleswig-Holstein
in Zusammenarbeit mit dem schleswig-holsteinischen
Ministerium für Justiz, Arbeit und Europa


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Die Nachhaltigkeit von Bildungsmaßnahmen im Justizvollzug
Erste Ergebnisse             Tagungsprotokoll
(folgt)

Kleine Bildergalerie von der Tagung   
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Warten
auf die
Tagungseröffnung
Vorsitzender
Peter Bierschwale
begrüßt die Gäste
Willkommensgruß  des
Landtagspräsidenten
 Martin Kayenburg
Angelika Volquartz,
Oberbürgermeisterin in Kiel
spricht Grußworte
Johannes Sandmann, Abteilungsleiter im Ministerium für Justiz, Arbeit und Europa Örtlicher Veranstalter der
Bundesarbeitsgemeinschaft
Ulli Bublies
.   Vergrößerte Bilder >    
Aufmerksame Zuhörer
bei den Projekten aus dem
pädagogischen Alltag
Unser Dichter
Bruno Wendt beim seinem künstlerischen Vortrag
Teilnehmer
auf dem Ausflugsdampfer
vor der Abfahrt
Auf der Rundfahrt
in der Kieler Förde
Blick vom
Marinedenkmal Laboe
zur Kieler Förde
Stadtgeschichtliche Erkundung Kiel
- vom Wasser aus

Montag, 18. Mai 2009 Ergebnisse
Besonderheiten des schleswig-holsteinischen Strafvollzuges
Jürgen Kilian-Georgus, Ministerium für Justiz, Arbeit und Europa
Aus Sicht des Referenten (Jürgen Kilian-Georgus), wird die Nachhaltigkeit von Beruflichen Bildungsmaßnahmen zunächst bestimmt durch die Organisation und natürlich durch das Geld, die Finanzausstattung. Darüber hinaus müssen die beruflichen Bildungsmaßnahmen arbeitmarktsorientiert sein, und zur nachhaltigen Integration in den Arbeitsmarkt muss der Gefangene beim Übergang in die Freiheit betreut und begleitet werden. Der Referent nimmt diese Faktoren zur Grundlage der Gliederung seines Vortrages und stellt die Situation im Justizvollzug des Landes Schleswig-Holstein dar. - mehr -
Südwestverbund - Kooperationsvereinbarung der Landesjustizverwaltungen Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland
Martin Zaschel, Ministerium der Justiz, Rheinland-Pfalz
Dem Beispiel des Nordverbundes folgend gründeten die Landesjustizverwaltungen Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland einen Südwestverbund. Damit haben zahlreiche, bereits bestehende Arbeitszusammenhänge in Form einer Kooperationsvereinbarung endlich einen Rahmen bekommen. Zudem wurden – insbesondere auf der „Mikroebene“ der Fachdienste – neue Arbeitsfelder mit Leben gefüllt.
"- mehr -"
"Nachhaltigkeit" - was ist damit gemeint?
Anne Bihs, Universität Köln
„Nachhaltigkeit“ ist mehr als nur ein Modewort. Für den Vollzug ermöglicht der Begriff der Nachhaltigkeit eine Präzisierung der Ziele, Aufgaben und Vorgehensweisen der professionellen Arbeit. Er impliziert zudem eine professionelle Haltung, die den Vollzug als Lerneinrichtung und den einzelnen Inhaftierten als lernfähig begreift.
- mehr -, - Vortrag -
Jugendliche Intensivtäter Prof. Dr. Thomas Bliesener, Universität Kiel
"Kriminelles und delinquentes Verhalten im Jugendalter, ist ubiquitär, ist in der Regel bagatellhaft, folgt einem typischen Altersverlauf (age crime curve) , ist gleichwohl aber nicht gleichförmig über die Akteure verteilt. - 50% aller inhaftierten Gewalttäter waren bereits im Kindesalter auffällig (Farrington, 1983) - In jeder Altersgruppe sind etwa 3-7 % der Straftäter für ein bis zwei Drittel der Straftaten verantwortlich, die von dieser  Altersgruppe begangen werden (Dalteg & Levander, 1998;  Wolfgang, Figlio & Sellin, 1972)"
- mehr -
ArJuS - Arbeitsmarktintegration für jugendliche Strafentlassene - Übergänge in  Ausbildung und Beschäftigung
Dr. Lutz Klein, Projektleiter ArJuS, Hessen
Schon in der allgemeinen Gesellschaft außerhalb der Mauern von Justizvollzugsanstalten ist es zunehmend schwieriger geworden, Statuspassagen zu bewältigen. Soziologisches Stichwort hierzu war lange Zeit die ansteigende Chancenvielfalt für Individuen bei gleichzeitigem Zwang, dieselbe zunehmend autonom wahrnehmen zu müssen. Herkömmliche Institutionen sind diesen Rahmenbedingungen offenbar immer weniger gewachsen. Ausdruck hiervon sind u. a. Hilfskonstrukte unter dem Namen „Übergangsmanagement“. (Fortsetzung des Statements - hier -) - mehr -
Dienstag, 19. Mai 2009 Ergebnisse

Neue Gesetze - neue Konzeptionen im Jugendstrafvollzug
Nachhaltigkeit als Forderung des Bundesverfassungsgerichtes
Prof. Dr. Heribert Ostendorf, Universität Kiel
"Das Strafrecht ist nicht ein vom Gesetzgeber einmal behauener Monolith, der für alle Zeiten für die Bürger als Mahnmal aufgestellt wird. Es wird permanent verändert, zunehmend schneller und häufiger. Zurzeit hat die Sicherungsverwahrung „Konjunktur“. Sicherungsverwahrung ist der tendenziell lebenslängliche Wegschluss nach Verbüßung einer Freiheitsstrafe. Insbesondere gefährliche Sexualstraftäter sollen damit auf Dauer weggeschlossen werden."- mehr -
Qualifizierung in der Untersuchungshaft - Das künftige schleswig-holsteinische Untersuchungshaftgesetz
Anne Damberg, Leiterin der JA Schleswig
Neue Perspektiven und Ziele:
Ermittlung des Förder- und Erziehungsbedarfes bei jugendlichen Untersuchungsgefangenen / Sie können mit Gefangenen im Erwachsenenvollzug gemeinsam an Freizeit- und Bildungsmaßnahmen (Hauptschul- oder Förderschulkurs) teilnehmen sowie gemeinsam arbeiten / Frühzeitiger Beginn von schulischen und beruflichen Bildungsmaßnahmen / Sie können am Gesamtangebot der entwicklungsfördernden Maßnahmen des Jugendvollzuges teilnehmen - mehr -
Tobias Berger, stellvertretender Leiter der JVA Neumünster
Einsatz des E-learning in der Ausbildung im Strafvollzug,
Elisabeth Theine, Ministerium der Justiz Brandenburg - mehr -
Sebastian Dathe-Morgeneyer, IBI, TU Berlin -
 mehr in Kürze -
Antje Traue, JVA Luckau-Duben
- mehrTeil1 - mehrTeil2 -
Mittwoch, 19. Mai 2009 Ergebnisse
09.00 Uhr Projekte aus dem pädagogischen Alltag
"Mach kein Stress!" XENOS-Projekt, Antje Traue, JVA Luckau-Duben / ´ Demokratisches Handeln in Betrieb und Gesellschaft´ war Thema eines Spielentwicklungs-Projekts, das aus ESF-Mitteln des XENOS-Bundesprogramms in Justizvollzugsanstalten der Länder Brandenburg und Berlin 2007 - 2008 finanziert wurde. Auch die Bundeszentrale für Politische Bildung förderte die Idee, weil das Endprodukt auch in öffentlichen Schulen zum Einsatz kommen kann. - mehr - / Klaus Vogel, JSA Berlin / Unter der Leitung des ´Instituts für Bildung in der Informationsgesellschaft (IBI) in Berlin erdachten und erprobten Pädagoginnen und Pädagogen in Justizvollzugsanstalten Regel-, Rollen- und Planspiele zum Sozialen Training und zur Politischen Bildung. Es entstand vielfältiges Spielmaterial mit umfangreichen Anleitungen. Die Erprobung im Jugend- und im Erwachsenenvollzug zeigte eine hohe Motivation bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. - Kurzspielanleitung Planspiel -/ Spielanleitung Regelspiel
Job4you, Bernd Detmer, JA Hameln
"In der Haftentlassungsvorbereitung und Nachbetreuung müssen dem Jugendlichen effektive Möglichkeiten gegeben werden, Fähigkeiten zu erlernen und nachhaltig zu stärken. Somit kann man formulieren, dass Kompetenzentwicklung in der Haft Rückfallvermeidung nach der Haft ist. Eine große Rolle in der pädagogischen Arbeit im Gefängnis spielt dabei die ressourcenorientierte Sichtweise."
(Fortsetzung des Statements - hier -) - mehr1-, - mehr2
Wasser marsch! Projekt Freiwillige Feuerwehr Heike Gerson, JVA Neustrelitz                  Neustrelitzer Zeitung schreibt: Ausrüstung ist Mangelware - Löschgruppe in Jugendanstalt im Aufbau - Geübt wir einmal wöchentlich und seit letzter Zeit auch ganz praktisch mit Schlauch und Spritze. Die Jugendgruppe 3 der Freiwilligen Feuerwehr Neustrelitz muss sich allerdings vor allem mit zwei Besonderheiten bescheiden. Zum einen stehen Technik und Ausrüstung in nur bescheidenem Maß zur Verfügung. Zum anderen ist das Areal, auf dem das Feuerwehrhandwerk vermittelt werden kann, zwar fast 13 Hektar groß. Es hat aber auch fünf Meter hohe Mauern un d damit die klar definierten Grenzen einer Justizvollzugsanstalt. Elf junge Leute….- mehr1 - , - mehr2 -
Lernwerkstatt Lichtblick Sabine Häusl, Jennifer Eckelt, JVA Iserlohn
Aus der Tatsache, dass auch Gefangene nicht nur arbeiten, sondern auch freie Zeit haben, entstand unter Mitarbeit der Uni Dortmund die Idee, dass Freizeit für Gefangene erlernbar gemacht werden muss. Aus der Idee, eine Begegnungsstätte zu schaffen, in denen sich sowohl Gefangene wie auch Bedienstete ungezwungen und in einem „lockeren“ Rahmen begegnen können, war die Grundidee, aus welcher vor über zehn Jahren das Konzept einer Lernwerkstatt in der JVA Iserlohn entstand. Bedienstete der JVA und Mitarbeiter der Universität Dortmund haben aus vielen Kleinigkeiten einen der zentralen Orte der Freizeitgestaltung geschaffen. Aus ehemaligen Schulräumen und zuletzt auch aus einem großen ehemaligem Produktionsraum entstanden schließlich ein Café, eine kleine Küche mit Esszimmer, ein Seminarraum, der ZUBILIS-Raum, ein Musikraum und die Bücherei, in die der Redaktionsraum für die Gefangenenzeitung eingegliedert ist. - mehr -
Bildungsarbeit in kleinen Vollzugseinheiten Dr. Regina Nanninga, JVA Hahnöfersand
Merkmale der Bildungsarbeit sind kleine Gruppengrößen, um individuelles Lernen zu fördern und ein Klima von Ruhe und Vertrauen wachsen lassen zu können / Möglichkeiten der Vernetzung der Angebote untereinander, um bruchlos individuelle Qualifizierungswege bereitstellen und einschlagen zu können / Orientierung an Voraussetzungen und Bedarfen der Frauen, um zum Lernen zu motivieren und realistische Integrationschancen auf dem Arbeitsmarkt zu erarbeiten / laufender Ein- und Ausstieg in den Angeboten, kein Kurssystem, um zu vermeiden, dass Frauen auf ein Angebot verzichten müssen, da es nur zu bestimmten Zeiten begonnen werden kann. - mehr -
  Bildungsangebote für Jugendliche in der U-Haft
Norbert Schwemmer, JVA Nürnberg (Bericht vorgetragen in Vertretung durch H. Lang)
Auch in Untersuchungshaft können Jugendliche Untersuchungsgefangene und junge Strafgefangene den Qualifizierenden Hauptschulabschluss nachholen, zwar unter erschwerten Bedingungen, aber dennoch erfolgreich. Ebenso kann der Europäische Computerpass erworben werden.
- mehr -
Garten hinter Schloss und Riegel, André Galdia, JVA Bremen
Schon mal unmotivierte Schüler gehabt, die keinen Sinn im Lernen sehen? Schüler mit starken Konzentrationsschwierigkeiten? - Der Pädagogische Dienst der JVA Bremen versucht, dieser Situation mit einem neuen Schulgarten und der engen Verknüpfung von Theorie und Praxis zu begegnen. Besonders in Kursen mit klassischen „Schulvermeidern“ haben die Schüler durch die Gartenarbeit auch praktische Anteile und können ihren Schulalltag so besser durchhalten. Der theoretische Unterricht greift praktische Probleme der Arbeit im Garten auf – das gibt dem Lernen Sinn und Ziel...- mehr-
  Interessierten Tagungsteilnehmern war Gelegenheit gegeben, im Anschluss die JVA Neumünster zu besichtigen.

 

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