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BAG-Fachseminar
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Berlin, den 20. September 2010 Klaus Vogel, 2. Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft schrieb:
An alle Lehrerinnen und
Lehrer im Justizvollzug, sehr verehrte Kolleginnen und Kollegen, |
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Nachlese |
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Teilnehmer im Seminarraum |
16.11.2010 Im zweiten Eröffnungsblock wurde in 5 Kleingruppen erörtert, welche Art von Bildung und welche Kompetenzen mit dem Seminarthema gemeint sind? Es wurde in der Auswertung in erster Linie auf schulisches Basiswissen, Elementarbildung, sprachliche Bildung und mathematische Fähigkeiten sowie praktische Lebenskenntnisse und Schlüsselkompetenzen, aber auch auf Fachkompetenzen verwiesen. |
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An Ansprüchen an die Diagnostik wurden genannt: eine hinreichende Anamnese-Dokumentation sowie die Verbindung zwischen Testergebnissen und Zugangsvoraussetzungen für bestimmte Qualifizierungsmaßnahmen. In Bezug auf eventuelle Qualitätsstandards wurde auf mögliche Vergleichstests, analog den Instrumenten im öffentlichen Schulbereich, verwiesen. Der Tag endete nach dem reichhaltigen, gemeinsamen Abendessen in der Kantine der Jugendanstalt Hameln mit einem informellen Erfahrungsaustausch bei alkoholischen und nicht-alkoholischen Getränken in dem gemütlichen Gemeinschaftsraum der Seminar- und Bildungsstätte, bevor sich jede/r in sein modern ausgestattetes Einzelzimmer zurückzog, um sich für den kommenden Arbeitstag auszuschlafen. (Klaus Vogel) |
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![]() Auswertung durch die Teilnehmer |
17.11.2010, vormittags Zwischenzeitlich entwickelte sich eine kritische und kontroverse Diskussion über die Verwertbarkeit von Intelligenztests (Stigmatisierung versus hilfreiche Einschätzung des Gefangenen). Grundsätzlich sollten die eingesetzten Testungen nicht der reinen Diagnose dienen, sondern immer nur der Zielsetzung, Kompetenzen und Förderbedarf festzustellen. Diese Auffassung vertrat auch Herr Dr. Nanninga in seiner anschließenden Darstellung der von der Firma INTERVENTIO entwickelten SDQ (Systematischen Diagnostik und Qualifizierungsplanung). Dieses Verfahren, welches Diagnose, Planung und Förderung beinhaltet, wird von Firmen zur Feststellung der Bildungsreife für die Berufsausbildungswahl eingesetzt. Bildungsreife könnte im Vollzug mit Reintegration oder Resozialisierung gleich gesetzt werden. Da es sich um computergestützte Testverfahren handelt, sind sie einfach zu handhaben. An einigen Beispielen konnte er anschaulich die Testinhalte darstellen. Wichtig sei am Ende einer Testung die subjektive Einschätzung (der gesunde Menschenverstand) des Auswerters und die Darstellung des Nutzens für den Probanden. (Annemarie Monkau) |
![]() Klaus & Klaus |
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17.11.2010, nachmittags Frau Karen Möller aus der JVA Hahnöfersand stellte uns ihr Projekt QuA Fit vor und ermutigte uns, dass man auch „mit kleinen Brötchen“ etwas erreichen kann, denn „weniger ist manchmal erstmal mehr“. Wichtig ist nur, da waren sich alle einig, dass man überlegt, wo die Gefangenen stehen, wohin sie wollen und vor allem, welche Hilfeleistung wir ihnen auf diesem Wege geben kann. Die Übersicht aller Testverfahren zusammengefasst auf eine Seite mit dem Titel „Auf einen Blick“ wurde von vielen bestaunt und als Anregung für die eigenen Testverfahren notiert. Beim Thema „Vollzugspläne“ war in dem Seminar wohl kaum jemand zu finden, in dessen Anstalt diese tollen Pläne keine Schwierigkeiten machen. Nach einer Kaffee- und Kuchenpause bekamen wir Besuch von einem jungen Diplom-Psychologen namens Herrn Bautz, der uns nicht nur verschiedene Testverfahren des Hogrefe-Verlags vorstellte, sondern auch unsere, mittlerweile überstrapazierten, Gehirnzellen auf Hochtouren brachte und testete. Bei digitalen PC-IQ-Tests wurden wir richtig gefordert und die 25 Teilnehmer waren sich nicht immer einig, welche Ergebnisse nun richtig seien. Da konnte es auch mal laut werden. Fast alle waren von den E-Versionen der Tests begeistert, zumal sie auch die Auswertung enorm erleichtern und somit in den zeitlich begrenzten Arbeitsalltag des Vollzugspädagogen reinpassen. Herr Bautz betonte noch mal das Problem, dass man nie aus dem Auge lassen sollte, mit welchen anderen Ergebnissen man die Ergebnisse der Getesteten vergleichen will bzw. sollte. Die Norm sollte auch wirklich an dem Ziel, was es zu erreichen gilt, angepasst sein. Schwierigkeiten bei den gesamten Tests bestehen leider darin, da waren sich alle einig, dass solche Testverfahren nicht von Gefangenen mit einem schlechten Schriftbild und Sprachverständnis bewältigt werden können. Wenn viele Lehrer auf einem Haufen sind, gibt es viel zu sagen, und so bleibt es natürlich auch nicht aus, dass man in zeitlichen Verzug gerät. Und wenn man denkt, es geht nicht mehr, kommt von „Die Wille“ die Frau X. her und spielt mit uns ein Spiel. ZIP – ZAP – BOP… Genau das brauchten wir in dem Moment, um unsere Konzentration noch einmal für die letzte Präsentation zu bündeln. Fazit des von ihr vorgestellten Projektes „JobSkills“ war es, dass man die Stärken und Schwächen der Gefangenen zwar durch diverse theoretische und vor allem aber praktische Testverfahren herausbekommt, den Jungendlichen jedoch im Feedbackgespräch besonders die Stärken vor Augen führen soll und sie somit ermutigen kann. Somit ist der Wert dieser Testmethode nicht das Testverfahren an sich, sondern liegt schwerpunktmäßig im anschließenden Feedbackgespräch. Für diesen Tag sollte es nun reichen. Und da die kleine Stadt Hameln Besitzer eines Kinos ist, konnten die Teilnehmer nicht nur zwischen Bier und Rotwein in geselliger Runde entscheiden, sondern auch noch zwischen Bett und der Vorpremiere des neuen Harry Potter Films. (Astrid-Maria Jansen) |
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18.11.2010, vormittags Zuvor widmeten wir uns aber erst einmal noch einem Good-practice-Beispiel aus der JSA Berlin, welches wir am Mittwoch auf Grund der Fülle der Themen nicht mehr geschafft haben. Vorgestellt wurde von Inken Schumacher der HAMET 2 - handlungsorientiert-motorischer Eignungstest -. Das Thema regte neben der Anwendbarkeit vor allem eine lebhafte Diskussion zu Aufwand- und Nutzen an. Dies, weil die Erfahrung derer, die HAMET 2 bereits anwenden, zeigt, dass er nicht flächendeckend für alle Inhaftierte angewendet werden sollte. Das Thema Dyskalkulie wurde von Dr. Uwe Lindemann, ebenfalls von der JSA Berlin, vorgestellt. Im Anschluss referierte Frau Birgit Lang aus ihrem reichen Erfahrungsschatz zum Umgang mit LRS und der Ermittlung von Lese- und Rechtschreibkompetenzen. Natürlich waren alle Teilnehmer gespannt, ob und welche neuen Erkenntnisse es zu diesen Leistungsschwächen gibt und ob sie ein weiterer Baustein bei unserer Gralsfindung sind. Unsere Erkenntnis für diesen Tag ist, dass die Gralsfindung in Dan Browns „Da Vinci- Code- Sakrileg“ viel, viel leichter ist, als unserer. Deshalb hoffen wir, dass wir nach dem Mittagessen gestärkt von einem „Wiener Schnitzel“, neue Puzzelsteine auf unserer Gralssuche finden. (Dorit Zeiger) |
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18.11.2010, nachmittags |
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19.12.2010 |